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Lehre
 
 
 
 
CHRISTENTUM   mit  "HABSBURG -CHARAKTER"
 
 
Vor zwei Jahren, zum Ende der Winterzeit war ich gemeinsam mit meiner Frau fast ein Monat lang auf einer Dienstreise in der Schweiz und in Süd-Deutschland. Wir durften mehrere Gemeinden kennen lernen, und tatsächlich war ich oft traurig.

Ich war oft enttäuscht, zuweilen ungläubig, und als wir zu Hause ankamen, konnte ich unsere Reise nur mit diesen Worten zusammenfassen:

Wir haben das Wort Gottes auf einen solchen Boden in Hoffnung gesät, welcher Schnee bedeckt und tief gefroren. Doch ich weiß trotzdem, dass es unter der Schnee- und Eisdecke einen solchen Boden gibt, den unsere Vorfahren durch mehrere Jahrhunderte im Glauben gesät haben.

Wir haben und hatten trotzdem die Hoffnung, dass die wärmende Sonne wieder scheinen wird, und dass unser Herr die Eiswände der lähmenden Kälte der Herzen schmilzt, und der Schnee die Samen in den Boden hineinwäscht, und diese zum Leben erweckt.

Am Ende unserer Reise fuhren wir von Stuttgart bis St. Gallen.

Im Grenzgebiet zwischen den beiden Staaten folgte ein Berggipfel dem anderen, und die Burgen und Burgruinen waren aneinandergereiht. Sie waren Zeugnisses aus einer längst vergangenen Zeit.

Ich habe mir vorgestellt, wie kalt, zugig und unwirtlich es in den Zimmern und Sälen oben am Gipfel des Berges sein musste, und wie schwer es sein musste von dort herunterzukommen, um dann wieder hinaufzugehen. Und welche Möglichkeit hatten die Einwohner Kontakt mit den benachbarten Burgen aufzunehmen? Oder haben sie eben gegeneinander gekämpft, oder miteinander Verträge geschlossen, oder haben sie die anderen ausgeraubt?

Ich glaube, dass wir, die Glieder des Leibes Christi, von diesen schon vergessenen Burgherren viel lernen können, und dadurch unsere heutige Situation verstehen!

Besonders dann wurde dies mir bewusst, als ich in eine kleine Burg gelangte. Ich kam zur Burg der Habsburger, welche das Nest einer beginnenden herrschenden Dynastie war. Ein winziger Anfang, welcher dann zu einem Reich heranwuchs.

Der Name zeigt eine geistige Einstellung, welche heute auf das Christentum immer noch eine Wirkung hat, und sie kennzeichnet:

Hab's Burg –was „meine Burg” bedeutet. (Anmerkung: Im ungarischen Kontext des Autors wird der Name Habsburg vom Wortspiel „haben“ abgeleitet. Historisch betrachtet leitet sich der Name „Habsburg“ jedoch von ihrem Stammsitz, der Habichtsburg, in der Schweiz ab.)

Wann immer wir das Obengesagte verkünden, dass dies unser Burg, unsere Kirche, unsere Gemeinde, unser Dienst ist, merken wir gar nicht, dass wir uns immer mehr vom Leib Christi entfernen.

Weil es in unserem Interesse ist, dass wir unsere Ziele erreichen, um anstatt geschwisterlicher Beziehungen Vernunftsehen zu schließen, damit wir größer werden, und damit wir mit unseren Verbündeten über immer größer werdende Gebiete herrschen können.

So ist das Christentum mit seiner Einstellung von „meiner Burg”, das wegen der „habsburg charakteristischen“ geistigen Einstellung freiwillig und mit Begeisterung ein Teil der „Weltkirche“ wird, welche aufbaut, kolonialisiert, und heute noch in einem verborgenen Reich wächst.

Die vielen anderen Burgen dienen als weitere und warnende Zyklen von Zeugnissen für die heutigen christlichen Gemeinden. Unsere Verschlossenheit ist in hochmütigen Höhen und unsere Isolation voneinander ist das Resultat unseres düsteren kalten Benehmens, dass im Laufe einiger Jahre unsere Gemeinden immer menschenleerer werden, und es bleiben nur Ruinen, dort wo einstmals geistliches Leben war.

Jetzt wo wir zusammengekommen sind, gibt es unter uns solche, deren Burgen schon verfallen oder zerbröckelt sind, oder die zu Heimatlosen wurden, die ihre Plätze suchen und deshalb Kontakte knüpfen. Es gibt unter uns auch solche, die unser Herr aus ihren eigenen Burgen herausgerufen hat.

Trotzdem freuen wir uns am meisten über diejenigen, die den Befehl und das Wort Gottes „bereitete den Weg des Herrn” erkannt haben, was heutzutage besonders wichtig und aktuell ist. Wir freuen uns über diejenigen, die wissen, dass unser Herr bald zurückkommt, und wir vor Ihm den Weg ebnen sollen, die uns voneinander trennende Kluft aufschütten sollen, damit wir unsere Sünden untereinander und mit dem auserwählten Volk bereinigen sollen.

Obwohl es bereits in vielen Ländern schon Regelungen, Versöhnungen, gab, dennoch können wir jetzt ein neues Kapitel öffnen, und es ist auch notwendig es zu öffnen.

Also es folgt das Niederreißen unser Anhöhen, als Folge der Erschütterungen und Zerstörungen unserer Burgen und Festungen.

Zuallererst müssen der christliche Hochmut und die Berge der Überlegenheiten verschwinden. Danach folgen unsere Berge und Anhöhen, wo die Heimstätten vieler Götzen und ihre Tempeln und ihre Altäre stehen und noch wirken. Diese haben wir dorthin hingesetzt, haben sie über jeden und über alles erhoben, und wir ehren sie, wir beten sie sogar an.

Die Götzen-Priester, die Dienste die zu Götzen geworden sind, Methoden und Theologien, und all das Zubehör des Pharisäertums - und wir könnten die Liste weiter fortsetzen. Solche Anführer und Waffen, mit denen wir gegeneinander rennen, ein jeder unter seiner eigenen Fahne. Der christliche Bürgerkrieg der „Ismen”, mit vielen Verlusten und Opfern. In der Zwischenzeit erobert der wahre Feind nach der Reihe unsere Burgen, kolonialisiert deren Völker und treibt sie in eine falsche Einheit hinein.

In unserer heutigen Konferenz berichten uns die schweizer und deutschen Brüder davon, wie sie in Israel und in anderen Ländern den Messias, und das Zeugnis von Jeschua HaMaschiach dem jüdischen Volk und auch anderen Völkern verkünden. Jenes Zeugnis, welches in den fünf Büchern Mose, dann durch die Propheten geoffenbart und in Psalmen zu lesen ist. Das Zeugnis Christi, welches Jesus Christus selber den zwei mutlosen Jüngern am Weg nach Emmaus gelehrt hatte.

Heute leben wir in einer prophetischen Zeit, in welcher wir auch jetzt den Plan Gottes, Seinen offenbarten Willen mit dem auserwählten Volk, mit dem Leib Christi sehen können. Mit diesen zwei mutlosen Wanderern, neben denen auch heute ganz still der Messias ist, nachdem sie sich so sehr sehnen, den sie scheinbar verloren haben, oder der nach ihrem Glauben sich verspätet. Durch den Ewigen gesalbte Messias-König, unser aller Erlöser.

Sie, die heutigen Wanderer, die auf ihre Fragen Antworten erwarten, die wir ihnen jetzt geben sollen.

Die heutige Gelegenheit kann in unserer Verzagtheit eine Hilfe sein, und eine wahre Botschaft, dass Gott sein auserwähltes Volk, Israel, nicht verlassen hat. Für den Leib Christi kann sie eine auffordernde Ermutigung dazu sein, dass sie das Zeugnis Christi verkündige, sie dieser Welt bekannt mache, inzwischen den Weg zur Wiederkunft des Herrn bahne; indessen vor seiner Wiederkunft den Weg bereitet statt aufzuschütten und nicht nur ihre Burgen und Höhen verlässt, sondern sie zerstöre, und sie dem Erdboden gleich mache.

Vom lebenden Messias (Christus) zuallererst unser Erlöser, der auferstandene Herrscher und gesalbte König, Jeschua HaMaschiach, über sich selbst Zeugnis gibt. Dies gibt er heute noch. Diejenigen können mit ihm auch heute zusammentreffen, die Ihn suchen. Denn der Geist Christi lebt in allen, die wiedergeborene Jünger sind, damit durch sie auch andere erleben und das Zeugnis des Messias kennen lernen, und mögen sie in Ihm den Herrn ihres Lebens und Erlöser persönlich finden.

Ich glaube, dass Er jetzt hier ist, und Er sich uns still anschließt.

Ich bitte Ihn darum, dass Er die Führung übernimmt, und Er möge uns heute lehren.

 

(14. März 2005. Einführung zur Israel Konferenz)
 
 

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